Sascha Große

Wildnispädagoge und Naturmentor

Es ist mitten in der Nacht

Hier wird gerade umgebaut.

Wildnispädagogik und Naturverbindung
in Berlin und Brandenburg

Was hier gerade fehlt, ist zur Hälfte Absicht und zur Hälfte Zeitmangel. Ich sage nicht, welche Hälfte größer ist.

Zuletzt gebaut: erster Spatenstich für das neue System — vor einem Monat

78 Dateien 23.131 Zeilen 18 % Kommentar 41. Bautag

Jede sechste Zeile erklärt, was die anderen tun. Ungefähr das Verhältnis, in dem draußen auch geredet und gegangen wird. Insgesamt 814 Kilobyte Quelltext — ein einziges Handyfoto ist größer.

Davon 24 Dateien für diese Baustellenseite, 14 für die Website dahinter — die, die eines Tages hier steht — und 40 für die Verwaltung, mit der beides gepflegt wird. Der größte Teil der Arbeit liegt inzwischen dort, wo noch niemand hinsehen kann.

Seit sechs Wochen ruht die Arbeit an dieser Seite. Meistens heißt das, dass draußen mehr los war als am Schreibtisch.

  1. Erster Spatenstich für das neue System. Sechsundzwanzig alte Datenbanktabellen mussten dafür weichen. Im Wald bliebe das Totholz liegen, weil das halbe Leben darin steckt — in einer Datenbank ist es leider nur im Weg.
  2. Das Bautagebuch selbst. Ab hier steht hier, was passiert ist — und die Zahlen darunter zählt der Server bei jedem Aufruf neu.
  3. Die Baustellenseite geht online. Farben, Texte und das Rieseln im Hintergrund richten sich nach Stunde, Mond und Jahreszeit.

Die Zahlen zählt der Server bei jedem Aufruf neu — sie sind so aktuell wie diese Seite. Gezählt wird, was einmal zum Gebäude gehören soll; die Werkzeuge im Hintergrund bleiben draußen.

Gerade jetzt

Entweder bist du spät dran oder sehr früh. Beides kenne ich.

  • 06:35 Sonnenaufgang in Berlin
  • 19:29 Sonnenuntergang
  • 12 h 53 min Tageslänge
  • Neumond 0 Prozent beleuchtet

Neumond. Die dunkelste Nacht des Monats und damit die beste für Sterne.

Es ist noch 33 Minuten dunkel. Um 06:01 Uhr fängt die Dämmerung an, um 06:35 Uhr geht die Sonne auf.

Samstag. Wenn du das liest, während draußen gutes Wetter ist: geh raus. Die Seite läuft dir nicht weg.

Was hier entsteht

Die alte Seite war eine Visitenkarte. Die neue soll eine Anlaufstelle werden — für Menschen, die einen Zugang zur Natur suchen, und für alle, die selbst damit arbeiten.

Ein Blog, in dem man sich zurechtfindet

Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.

Ein Bereich für Kolleg:innen

Eine offene Sammlung von Naturverbindungs-Übungen mit Ablauf, Altersgruppe, Jahreszeit und Material. Dazu Praxisreflexionen: was in der Arbeit mit Gruppen schiefgeht und warum. Für Wildnispädagog:innen, Erzieher:innen und Lehrkräfte.

Ein ruhiger Brief statt eines Newsletters

Einmal im Monat, passend zur Jahreszeit. Keine Angebote, keine Dringlichkeit — eine Übung, eine Beobachtung, ein Gedanke.

Wer hier baut

Ich bin Sascha Große, Wildnispädagoge und Naturmentor in Berlin und Brandenburg, seit über zehn Jahren hauptberuflich. Ich arbeite mit Kindern, Erwachsenen, Familien, Teams und Institutionen — mit Sitzplatz, Vogelsprache, Spurenlesen und Coyote Teaching, und mit viel Zeit. Naturverbindung ist kein Ziel, sondern ein Erinnern. Erfahrung vor Theorie, Verbindung statt Leistung, Ehrlichkeit und Tiefe.

Eine Übung für jetzt

Passend zu dieser Stunde und dieser Jahreszeit. Kein Material nötig, nur Zeit und die Bereitschaft, eine Weile nichts zu tun.

15 Minuten

Der Himmelsstreifen

Leg dich auf den Rücken und schau in eine Richtung, ohne den Kopf zu drehen. Nach zehn Minuten fängt der Himmel an, sich zu bewegen — nicht die Sterne, sondern dein Gefühl davon, wo oben ist.

5 passen gerade

Die Vogeluhr

Heute früh geht die Sonne um 06:35 Uhr auf. Vorher singt niemand gleichzeitig — es gibt eine Reihenfolge, und sie ist erstaunlich verlässlich.

  1. 06:35 Haussperling mit der Sonne Wartet, bis die Sonne da ist. Er hatte es nie eilig.

Fast alles grau. Nach der Brut lohnt sich der Aufwand nicht mehr, und die Vogeluhr steht still. Wer jetzt früh rausgeht, hört dafür anderes: den Wind, die Rehe, die eigenen Schritte.

9 Arten schweigen gerade — trotzdem ansehen
  1. 05:20 Gartenrotschwanz 75 Min vorher Fängt an, wenn es noch fast dunkel ist.
  2. 05:30 Rotkehlchen 65 Min vorher Singt im Herbst noch einmal, dann leiser.
  3. 05:40 Amsel 55 Min vorher Der Vogel, bei dem die meisten zum ersten Mal merken, dass sie zuhören.
  4. 05:50 Zaunkönig 45 Min vorher Zehn Gramm, und lauter als alles andere.
  5. 06:00 Kuckuck 35 Min vorher Zwei Monate im Jahr, dann ist er wieder weg.
  6. 06:10 Kohlmeise 25 Min vorher Fängt schon im Januar an, wenn die Sonne einen guten Tag hat.
  7. 06:15 Star 20 Min vorher Hält sich nicht immer daran und ahmt nach, was ihm gerade einfällt.
  8. 06:20 Buchfink 15 Min vorher
  9. 06:25 Grünfink 10 Min vorher

Die Zeiten stimmen auch für sie — nur singen sie in diesem Monat nicht.

Die Minutenangaben sind Faustregeln aus Beobachtungsreihen. Sie verschieben sich mit Wetter, Stadtlicht und Jahreszeit. Wer es genau wissen will, steht früh auf und schreibt mit — das ist ohnehin der bessere Weg.

Frühherbst — die 7. von zehn Jahreszeiten

Die Holunderbeeren sind durch, die Haselnüsse fallen.

Draußen gibt es keine Monate. Es gibt zehn Jahreszeiten, und sie fangen nicht an einem Datum an, sondern wenn eine bestimmte Pflanze so weit ist. Im Mittel dauert der Frühherbst von Anfang bis Ende September. Danach kommt Vollherbst — wann genau, entscheidet nicht der Kalender.

September — die Zeit, am Boden zu suchen

Die Pilze kommen, die Spinnen bauen groß, die Kraniche sammeln sich über den Feldern. Die Tage sind noch warm, die Nächte nicht mehr. Dazwischen liegt der Tau, und der macht jede Spur sichtbar.