Ein Blog, in dem man sich zurechtfindet
Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.
Sascha Große
Wildnispädagoge und Naturmentor
Mitten am Tag
Hier wird gerade umgebaut.
Der Blog kommt zurück. Diesmal sortiert, damit man den zweiten Beitrag auch findet.
Zuletzt gebaut: erster Spatenstich für das neue System — vor einem Monat
Jede sechste Zeile erklärt, was die anderen tun. Ungefähr das Verhältnis, in dem draußen auch geredet und gegangen wird. Insgesamt 814 Kilobyte Quelltext — ein einziges Handyfoto ist größer.
Davon 24 Dateien für diese Baustellenseite, 14 für die Website dahinter — die, die eines Tages hier steht — und 40 für die Verwaltung, mit der beides gepflegt wird. Der größte Teil der Arbeit liegt inzwischen dort, wo noch niemand hinsehen kann.
Seit fünf Wochen ruht die Arbeit an dieser Seite. Meistens heißt das, dass draußen mehr los war als am Schreibtisch.
Die Zahlen zählt der Server bei jedem Aufruf neu — sie sind so aktuell wie diese Seite. Gezählt wird, was einmal zum Gebäude gehören soll; die Werkzeuge im Hintergrund bleiben draußen.
Die Sonne steht hoch. Im Wald wäre es jetzt still — die meisten Tiere warten den Mittag ab.
Neumond. Die dunkelste Nacht des Monats und damit die beste für Sterne.
Noch 7 Stunden und 33 Minuten Licht. Sonnenuntergang um 19:31 Uhr, lesbar hell bleibt es bis etwa 20:06 Uhr.
Freitag. Ab morgen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich draußen bin und nicht hier.
Die alte Seite war eine Visitenkarte. Die neue soll eine Anlaufstelle werden — für Menschen, die einen Zugang zur Natur suchen, und für alle, die selbst damit arbeiten.
Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.
Eine offene Sammlung von Naturverbindungs-Übungen mit Ablauf, Altersgruppe, Jahreszeit und Material. Dazu Praxisreflexionen: was in der Arbeit mit Gruppen schiefgeht und warum. Für Wildnispädagog:innen, Erzieher:innen und Lehrkräfte.
Einmal im Monat, passend zur Jahreszeit. Keine Angebote, keine Dringlichkeit — eine Übung, eine Beobachtung, ein Gedanke.
Ich bin Sascha Große, Wildnispädagoge und Naturmentor in Berlin und Brandenburg, seit über zehn Jahren hauptberuflich. Ich arbeite mit Kindern, Erwachsenen, Familien, Teams und Institutionen — mit Sitzplatz, Vogelsprache, Spurenlesen und Coyote Teaching, und mit viel Zeit. Naturverbindung ist kein Ziel, sondern ein Erinnern. Erfahrung vor Theorie, Verbindung statt Leistung, Ehrlichkeit und Tiefe.
Passend zu dieser Stunde und dieser Jahreszeit. Kein Material nötig, nur Zeit und die Bereitschaft, eine Weile nichts zu tun.
1 Minute
Bleib stehen und zähl, wie viele verschiedene Geräusche du hörst. Nicht benennen, nur zählen. Die meisten fangen bei drei an und sind nach einer Minute bei acht. Die Geräusche waren vorher auch schon da.
6 passen gerade
Morgen früh geht die Sonne um 06:35 Uhr auf. Vorher singt niemand gleichzeitig — es gibt eine Reihenfolge, und sie ist erstaunlich verlässlich.
Fast alles grau. Nach der Brut lohnt sich der Aufwand nicht mehr, und die Vogeluhr steht still. Wer jetzt früh rausgeht, hört dafür anderes: den Wind, die Rehe, die eigenen Schritte.
Die Zeiten stimmen auch für sie — nur singen sie in diesem Monat nicht.
Die Minutenangaben sind Faustregeln aus Beobachtungsreihen. Sie verschieben sich mit Wetter, Stadtlicht und Jahreszeit. Wer es genau wissen will, steht früh auf und schreibt mit — das ist ohnehin der bessere Weg.
Frühherbst — die 7. von zehn Jahreszeiten
Die Holunderbeeren sind durch, die Haselnüsse fallen.
Draußen gibt es keine Monate. Es gibt zehn Jahreszeiten, und sie fangen nicht an einem Datum an, sondern wenn eine bestimmte Pflanze so weit ist. Im Mittel dauert der Frühherbst von Anfang bis Ende September. Danach kommt Vollherbst — wann genau, entscheidet nicht der Kalender.
Die Pilze kommen, die Spinnen bauen groß, die Kraniche sammeln sich über den Feldern. Die Tage sind noch warm, die Nächte nicht mehr. Dazwischen liegt der Tau, und der macht jede Spur sichtbar.