Ein Blog, in dem man sich zurechtfindet
Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.
Sascha Große
Wildnispädagoge und Naturmentor
Guten Morgen
Hier wird gerade umgebaut.
Es wird gebaut. Ohne Bauzaun, ohne Presslufthammer, aber mit ähnlich viel Staub im Kopf.
Zuletzt gebaut: erster Spatenstich für das neue System — vor drei Wochen
Jede sechste Zeile erklärt, was die anderen tun. Ungefähr das Verhältnis, in dem draußen auch geredet und gegangen wird. Insgesamt 814 Kilobyte Quelltext — ein einziges Handyfoto ist größer.
Davon 24 Dateien für diese Baustellenseite, 14 für die Website dahinter — die, die eines Tages hier steht — und 40 für die Verwaltung, mit der beides gepflegt wird. Der größte Teil der Arbeit liegt inzwischen dort, wo noch niemand hinsehen kann.
Seit drei Wochen ruht die Arbeit an dieser Seite. Meistens heißt das, dass draußen mehr los war als am Schreibtisch.
Die Zahlen zählt der Server bei jedem Aufruf neu — sie sind so aktuell wie diese Seite. Gezählt wird, was einmal zum Gebäude gehören soll; die Werkzeuge im Hintergrund bleiben draußen.
Die Sonne ist um 06:05 Uhr aufgegangen. Der beste Teil des Tages liegt noch vor dir.
Noch 14 Stunden und 2 Minuten Licht. Sonnenuntergang um 20:11 Uhr, lesbar hell bleibt es bis etwa 20:47 Uhr.
Die alte Seite war eine Visitenkarte. Die neue soll eine Anlaufstelle werden — für Menschen, die einen Zugang zur Natur suchen, und für alle, die selbst damit arbeiten.
Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.
Eine offene Sammlung von Naturverbindungs-Übungen mit Ablauf, Altersgruppe, Jahreszeit und Material. Dazu Praxisreflexionen: was in der Arbeit mit Gruppen schiefgeht und warum. Für Wildnispädagog:innen, Erzieher:innen und Lehrkräfte.
Einmal im Monat, passend zur Jahreszeit. Keine Angebote, keine Dringlichkeit — eine Übung, eine Beobachtung, ein Gedanke.
Ich bin Sascha Große, Wildnispädagoge und Naturmentor in Berlin und Brandenburg, seit über zehn Jahren hauptberuflich. Ich arbeite mit Kindern, Erwachsenen, Familien, Teams und Institutionen — mit Sitzplatz, Vogelsprache, Spurenlesen und Coyote Teaching, und mit viel Zeit. Naturverbindung ist kein Ziel, sondern ein Erinnern. Erfahrung vor Theorie, Verbindung statt Leistung, Ehrlichkeit und Tiefe.
Passend zu dieser Stunde und dieser Jahreszeit. Kein Material nötig, nur Zeit und die Bereitschaft, eine Weile nichts zu tun.
10 Minuten
Such dir einen Baum und rate, an welcher Seite er das meiste Moos hat. Dann geh hin und sieh nach. Wenn du falsch lagst, ist das die eigentliche Übung: Die Merkregel mit dem Norden stimmt oft nicht, weil Moos dem Regen folgt und nicht dem Kompass.
7 passen gerade
Morgen früh geht die Sonne um 06:07 Uhr auf. Vorher singt niemand gleichzeitig — es gibt eine Reihenfolge, und sie ist erstaunlich verlässlich.
Fast alles grau. Nach der Brut lohnt sich der Aufwand nicht mehr, und die Vogeluhr steht still. Wer jetzt früh rausgeht, hört dafür anderes: den Wind, die Rehe, die eigenen Schritte.
Die Zeiten stimmen auch für sie — nur singen sie in diesem Monat nicht.
Die Minutenangaben sind Faustregeln aus Beobachtungsreihen. Sie verschieben sich mit Wetter, Stadtlicht und Jahreszeit. Wer es genau wissen will, steht früh auf und schreibt mit — das ist ohnehin der bessere Weg.
Spätsommer — die 6. von zehn Jahreszeiten
Die ersten Holunderbeeren werden schwarz, die Frühäpfel sind reif.
Draußen gibt es keine Monate. Es gibt zehn Jahreszeiten, und sie fangen nicht an einem Datum an, sondern wenn eine bestimmte Pflanze so weit ist. Im Mittel dauert der Spätsommer von Mitte August bis Anfang September. Danach kommt Frühherbst — wann genau, entscheidet nicht der Kalender.
Abends riecht es nach aufgeheizter Kiefer. Die Nächte werden wieder länger, um den zwölften herum fallen Sternschnuppen, und an den Brandenburger Seen beginnt der Nebel deutlich früher, als man denkt.