Sascha Große

Wildnispädagoge und Naturmentor

Es ist mitten in der Nacht

Hier wird gerade umgebaut.

Wildnispädagogik und Naturverbindung
in Berlin und Brandenburg

Es wird gebaut. Ohne Bauzaun, ohne Presslufthammer, aber mit ähnlich viel Staub im Kopf.

Zuletzt gebaut: erster Spatenstich für das neue System — vor drei Monaten

78 Dateien 23.131 Zeilen 18 % Kommentar 92. Bautag

Jede sechste Zeile erklärt, was die anderen tun. Ungefähr das Verhältnis, in dem draußen auch geredet und gegangen wird. Insgesamt 814 Kilobyte Quelltext — ein einziges Handyfoto ist größer.

Davon 24 Dateien für diese Baustellenseite, 14 für die Website dahinter — die, die eines Tages hier steht — und 40 für die Verwaltung, mit der beides gepflegt wird. Der größte Teil der Arbeit liegt inzwischen dort, wo noch niemand hinsehen kann.

Seit einem Vierteljahr steht hier nichts Neues. Das ist keine Absicht, aber auch kein Grund zur Sorge — Baustellen haben Winterpausen.

  1. Erster Spatenstich für das neue System. Sechsundzwanzig alte Datenbanktabellen mussten dafür weichen. Im Wald bliebe das Totholz liegen, weil das halbe Leben darin steckt — in einer Datenbank ist es leider nur im Weg.
  2. Das Bautagebuch selbst. Ab hier steht hier, was passiert ist — und die Zahlen darunter zählt der Server bei jedem Aufruf neu.
  3. Die Baustellenseite geht online. Farben, Texte und das Rieseln im Hintergrund richten sich nach Stunde, Mond und Jahreszeit.

Die Zahlen zählt der Server bei jedem Aufruf neu — sie sind so aktuell wie diese Seite. Gezählt wird, was einmal zum Gebäude gehören soll; die Werkzeuge im Hintergrund bleiben draußen.

Gerade jetzt

Entweder bist du spät dran oder sehr früh. Beides kenne ich.

  • 07:04 Sonnenaufgang in Berlin
  • 16:35 Sonnenuntergang
  • 9 h 30 min Tageslänge
  • letztes Viertel 47 Prozent beleuchtet

Abnehmender Halbmond, etwa 47 Prozent beleuchtet. Wer ihn sehen will, muss früh aufstehen.

Es ist dunkel. Das Farbsehen ist abgeschaltet — was jetzt noch nach Grün aussieht, ist Erinnerung, nicht Wahrnehmung. Der Mond ist zu 47 Prozent beleuchtet — genug, um Wege zu erkennen, wenn er am Himmel steht und die Augen zwanzig Minuten Zeit hatten.

Montag. Auch Bäume fangen die Woche unspektakulär an.

Was hier entsteht

Die alte Seite war eine Visitenkarte. Die neue soll eine Anlaufstelle werden — für Menschen, die einen Zugang zur Natur suchen, und für alle, die selbst damit arbeiten.

Ein Blog, in dem man sich zurechtfindet

Über dreißig Beiträge zu Naturverbindung, Naturbeobachtung und Wildnispädagogik warten darauf, sortiert zu werden: Grundlagen, Praxis, Geschichten, Jahreszeiten. Sie kommen alle zurück.

Ein Bereich für Kolleg:innen

Eine offene Sammlung von Naturverbindungs-Übungen mit Ablauf, Altersgruppe, Jahreszeit und Material. Dazu Praxisreflexionen: was in der Arbeit mit Gruppen schiefgeht und warum. Für Wildnispädagog:innen, Erzieher:innen und Lehrkräfte.

Ein ruhiger Brief statt eines Newsletters

Einmal im Monat, passend zur Jahreszeit. Keine Angebote, keine Dringlichkeit — eine Übung, eine Beobachtung, ein Gedanke.

Wer hier baut

Ich bin Sascha Große, Wildnispädagoge und Naturmentor in Berlin und Brandenburg, seit über zehn Jahren hauptberuflich. Ich arbeite mit Kindern, Erwachsenen, Familien, Teams und Institutionen — mit Sitzplatz, Vogelsprache, Spurenlesen und Coyote Teaching, und mit viel Zeit. Naturverbindung ist kein Ziel, sondern ein Erinnern. Erfahrung vor Theorie, Verbindung statt Leistung, Ehrlichkeit und Tiefe.

Eine Übung für jetzt

Passend zu dieser Stunde und dieser Jahreszeit. Kein Material nötig, nur Zeit und die Bereitschaft, eine Weile nichts zu tun.

1 Minute

Eine Minute zuhören

Bleib stehen und zähl, wie viele verschiedene Geräusche du hörst. Nicht benennen, nur zählen. Die meisten fangen bei drei an und sind nach einer Minute bei acht. Die Geräusche waren vorher auch schon da.

5 passen gerade

Die Vogeluhr

Morgen früh geht die Sonne um 07:06 Uhr auf. Vorher singt niemand gleichzeitig — es gibt eine Reihenfolge, und sie ist erstaunlich verlässlich.

  1. 06:01 Rotkehlchen 65 Min vorher Singt im Herbst noch einmal, dann leiser.
  2. 07:06 Haussperling mit der Sonne Wartet, bis die Sonne da ist. Er hatte es nie eilig.

Fast alles grau — mit einer Ausnahme. Das Rotkehlchen singt im Herbst noch einmal, leiser und in einer anderen Tonlage als im Frühjahr. Viele halten es für einen anderen Vogel.

8 Arten schweigen gerade — trotzdem ansehen
  1. 05:51 Gartenrotschwanz 75 Min vorher Fängt an, wenn es noch fast dunkel ist.
  2. 06:11 Amsel 55 Min vorher Der Vogel, bei dem die meisten zum ersten Mal merken, dass sie zuhören.
  3. 06:21 Zaunkönig 45 Min vorher Zehn Gramm, und lauter als alles andere.
  4. 06:31 Kuckuck 35 Min vorher Zwei Monate im Jahr, dann ist er wieder weg.
  5. 06:41 Kohlmeise 25 Min vorher Fängt schon im Januar an, wenn die Sonne einen guten Tag hat.
  6. 06:46 Star 20 Min vorher Hält sich nicht immer daran und ahmt nach, was ihm gerade einfällt.
  7. 06:51 Buchfink 15 Min vorher
  8. 06:56 Grünfink 10 Min vorher

Die Zeiten stimmen auch für sie — nur singen sie in diesem Monat nicht.

Die Minutenangaben sind Faustregeln aus Beobachtungsreihen. Sie verschieben sich mit Wetter, Stadtlicht und Jahreszeit. Wer es genau wissen will, steht früh auf und schreibt mit — das ist ohnehin der bessere Weg.

Spätherbst — die 9. von zehn Jahreszeiten

Die Stieleiche wirft ihr Laub ab. Danach steht der Wald offen.

Draußen gibt es keine Monate. Es gibt zehn Jahreszeiten, und sie fangen nicht an einem Datum an, sondern wenn eine bestimmte Pflanze so weit ist. Im Mittel dauert der Spätherbst von Ende Oktober bis Ende November. Danach kommt Winter — wann genau, entscheidet nicht der Kalender.

November — grau, nass, und trotzdem deutlich

Wenig Licht, wenig Farbe, und doch der Monat, in dem der Wald am klarsten spricht. Alle Geräusche tragen weiter. Der Boden ist weich genug für Spuren. Und der erste Frost macht die Landschaft für ein paar Stunden vollständig neu.